Erfahrungsbericht Erasmus+ Programm: Aufenthalt an der FLACSO Ecuador

Blick auf Quito von der FLACSO
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mit Esteban Moreno (u.a. Mundos Plurales), Adriana Gabriela Rios (FlacsoAndes) und Pamela Olmedo Martínez (CITE)

Als Projektkoordinatorin bei GLOCON hatte Elisabeth Dittrich Chance, im Rahmen des „Eramus+ Staff Mobility For Training“-Programms über den Tellerrand ihre Arbeitsplatzes hinauszuschauen und vom 23. bis 27. Juli 2018 eine Woche an der Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (FLACSO) in Ecuador verbringen zu können.

News vom 27.08.2018

Als Projektkoordinatorin bei GLOCON hatte ich die Chance, im Rahmen des „Eramus+ Staff Mobility For Training“-Programms über den Tellerrand meines Arbeitsplatzes hinauszuschauen und andere spannende Institutionen nicht mehr nur aus studentischer Perspektive heraus kennenlernen zu können. Die Möglichkeit, eine Woche an der Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (FLACSO) in Ecuador verbringen zu können, erschien mir dafür perfekt geeignet. An dieser Universität, welche von enormer Bedeutung im politik- und sozialwissenschaftlichen akademischen Umfeld in Ecuador ist, wird zu ähnlichen Themen gearbeitet wie in unserer Forschungsgruppe, weshalb mir ein Austausch sehr spannend erschien. Die FLACSO ist eine Institution, welche in mehreren Ländern Lateinamerikas vertreten ist. Der Sitz in Quito ist jedoch der Größte.

Bereits kurze Zeit vor meiner Abreise hatte ich das Glück, fünf Mitarbeiter*innen der FLACSO Ecuador hier in Berlin im Rahmen ihres Austausches kennenlernen zu können, was neben dem Knüpfen erster Kontakte dazu führte, u.a. meine Erwartungen und/oder Wünsche für die Zeit vor Ort besprechen zu können. So wurde mir ein paar Tage vor meinem Arbeitsbeginn an der FLACSO eine ausgearbeitete Agenda zugeschickt, die als Gerüst für diese Woche diente. Es wurde dabei auf einen tollen Ausgleich zwischen akademischen und administrativen Tätigkeiten geachtet, wodurch ich die Möglichkeit hatte, verschiedenste Bereiche und Menschen kennenzulernen. Neben interessanten Gesprächen mit einigen Professor*innen konnte ich die Arbeit an der wissenschaftlichen Zeitung Mundos Plurales, dem universitätsinternen Verlag Editorial Flacso Ecuador, der digitalen Bibliothek FlacsoAndes sowie der universitätsinternen Fachzeitschrift ICONOS kennenlernen. Beeindruckt hat mich dabei der hohe Grad an digitalen und freien Zugängen zu den Publikationen. Es gibt neben ICONOS vier interne wissenschaftliche Publikationsreihen (mit jeweils unterschiedenen Charakteristika), welche direkt nach Erscheinen im Open Journal System verfügbar sind. Zudem wird jede Veröffentlichung über FLACSO nach einem Jahr über FlacsoAndes als Open Access zur Verfügung gestellt.

Des Weiteren hatte ich ein sehr spannendes Treffen mit dem Forschungszentrum Centro de Investigación del Departamento de Asuntos Públicos (CITE) der FLACSO. Diese Einrichtung, welche als Schnittstelle zwischen der Akademie und der Zivilgesellschaft fungiert, ist ebenfalls ein „Drittmittelprojekt“, weshalb das Kennenlernen neben dem fachlichen Teil auch im administrativen Bereich für mich sehr von Interesse war. Das CITE analysiert politische Strategien und Initiativen, welche sich mit Fragen rund um den Zugang zu Territorium sowie dem „Recht auf Stadt“ beschäftigt und auseinandersetzt. Ebenfalls liegt ein Schwerpunkt auf der Analyse von sozioambientalen Konflikten, welche im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen. Bei allen Projekten steht eine enge Zusammenarbeit mit Vertreter*innen und Akteuren von NGOs sowie lokalen Regierungen im Vordergrund. Gemeinsam wird nach „realen und implementierbaren Lösungen“ für erörterte Probleme gesucht und ein Netzwerk aufgebaut, welches multidimensional agiert. Weiterhin gibt es Weiterbildungsprogramme, wie z.B. die Spezialisierung „Liderazgo, cambio climático y ciudades 2018-2019“, welche ausschließlich online durchgeführt wird.

Durch diese vielfältigen Aktivitäten hatte ich somit auch die Möglichkeit, die Arbeit von GLOCON in diversen Bereichen und verschiedenen Mitarbeiter*innen der FLACSO vorstellen zu können. Dabei wurde deutlich, dass ein großes gegenseitiges Interesse an gemeinsamen Arbeiten (z.B. in Form von Publikationen, zukünftigen möglichen gemeinsamen Projekten, Forschungsaufenthalte, etc.) für die Zukunft besteht. Es war unglaublich spannend für mich, die Arbeitsweise einer Universität im Ausland, insbesondere in Lateinamerika, einmal aus professioneller Sicht heraus kennenzulernen. Ich konnte dabei viele Ideen sowie Anreize für zukünftige Projekte sammeln.

Zusätzlich dazu wurde es mir durch die FLACSO Ecuador ermöglicht, an der genau zu diesem Zeitpunkt stattfindenden 3-tägigen-Konferenz „Reconfiguraciones de poder: respuestas regionales y globales en tiempos de incertidumbre“ teilnehmen zu können. Dadurch hatte ich die großartige Möglichkeit, an fachlich sehr interessanten Panels teilnehmen zu können.

Insgesamt war mein Aufenthalt, obwohl er mit fünf Tagen doch relativ kurz war, unglaublich positiv und bereichernd, sowohl in privater als auch beruflicher Hinsicht.

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BMBF
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